Zusammentreffen

Nera fiel kein passender Kraftausdruck ein, als ihr Blick das Seil hinauf wanderte. Ganz deutlich sah sie den hellen Strang vor dem dunkleren Hintergrund der Felswand. Kahles Gestein, das über die Jahrhunderte von Staubstürmen glatt poliert worden war.

Manchmal war die Nachtsicht der Cybergläser, die fest über ihre Augen implantiert waren, wirklich kein Segen. Sie hatte das Seil an den Resten eines alten Krans befestigt, die über den Felsrand hinaus ragten. Mit drei Knoten, zwischen denen sie jeweils eine Handbreit Platz gelassen hatte, so wie Raban es in seinem Buch beschrieben hatte. Und jetzt gab der erste Knoten nach. Sie blickte nach unten. Fünfzig Meter, meldete der Entfernungsmesser am Rand des linken Augenglases.

Das versprach mehr als Knochenbrüche. Vorsichtig löste sie eine Hand und rutschte ein Stück weiter an dem rauen Tau hinunter. Dass das Seil dabei leicht schaukelte, konnte sie nicht verhindern. Es gab einen weiteren unheilvollen Ruck und sie musste sich mit beiden Händen und ihren Füßen festklammern, um nicht abzustürzen.

Das Ganze war eine Schnapsidee gewesen. So wie die meisten spontanen Ideen. Sie hatten herumgealbert und getrunken. Getrunken! Keinen Tropfen würde sie mehr anrühren, wenn sie das hier überstand. Nie mehr!

Unvermittelt erfasste sie grelles Scheinwerferlicht, so dass sie geblendet ihre Augen schließen musste. Der Sicherheitsfilter in ihren Augengläsern hatte nicht schnell genug reagieren können. Ein stechender Schmerz jagte durch ihre Sehnerven. Fast hätte sich ihr Griff am Seil gelöst.

»Keine Bewegung!«, bellte eine jugendliche Stimme.

Bewegungslos hing sie am Seil und hoffte, dass es nicht weiter nachgab, oder man ihr befahl den Rest des Weges hinunterzuklettern, was auf dasselbe hinauslaufen würde.

»Wir holen Sie da runter«, rief eine andere Stimme.

Das rettete ihr vermutlich das Leben, trotzdem hatte Nera Zweifel, dass sie ihren Rettern dankbar sein würde.

*

Debs schaute gelangweilt auf das öde Feld hinaus. Heller Sand, von hunderten Füßen in unzähligen Jahren festgestampft. Ganz egal an welcher Seite des Gebäudes man aus dem Fenster sah, überall gab es nur diese langweiligen Exerzierplätze. Zweimal am Tag scheuchte man sie und ihre Leidensgenossen hinaus, um in der prallen Sonne stumpfsinnige Übungen zu absolvieren. Obwohl der Ausdruck ›Leidensgenossen‹ für die meisten dieser Zombies falsch gewählt war. Sie genossen diesen Unsinn hier. Befehl, Gehorsam und Unterricht in elektronischer Kampfführung. Oder dem, was sich ihre Ausbilder, diese alten Zausel in ihren lamettabehängten Jacken, darunter vorstellten.

Unwillkürlich strichen ihre Finger über die abgedeckte Buchse an ihrem Handgelenk. Ihre Mutter hatte getobt, als sie die gesehen hatte. Aber da war es zu spät gewesen. Die Buchse war ein echter Data Jack. Eine Verbindungsstelle zwischen Computer und Mensch, Hardware und Wetware. Mit dem ersten Geld, das sie bei diesem dummen Haufen verdient hatte, war sie nach Taigon gefahren und hatte sich den Anschluss einsetzen lassen.

Einmal implantiert, konnte sie nicht mehr entfernt werden. Das war ihre Revanche dafür, dass ihre Eltern sie in diesen Verein gesteckt hatten. Eine Kadettenschule! Hier sollte sie Disziplin lernen. Und Gehorsam. Ha!

»Rekrutin Debs!«, krähte Parks, ihr Lehrer für historische Elektronik, eines der langweiligsten Fächer, das sie kannte.

Drohend baute er sich neben ihrem Tisch auf. Parks bildete sich viel auf seine Figur ein, dabei sah er aus wie ein Dreieck. Unten breit und oben ein winziger Kopf.

»Jawoll, Herr Feldwebel«, entgegnete sie lahm.

Alle Ausbilder, in diesem altertümlichen Internat, hatten den Rang eines Feldwebels und so hatte man sie auch anzureden. Anfangs hatte es sie amüsiert, das zu ignorieren, aber so spannend war es im Bunker, wie sie die Arreststube hier nannten, dann auch wieder nicht.

»Erklären Sie uns das Prinzip der Braunschen Röhre«, verlangte Parks mit einem siegessicheren Grinsen auf den schmalen Lippen.

»Der was…?«, stotterte Debs verwirrt.

Sie war sich sicher, diese Worte noch nie gehört zu haben.

»Wenn Ihnen das kein Begriff ist, junge Frau, dann sollten Sie lieber meinem Unterricht folgen, anstatt vor sich hin zu träumen.«

»Ich habe nicht geträumt«, rechtfertigte sie sich mit einem süßen Lächeln. »Ihr Unterricht ist so spannend, dass ich kurz ins Koma gefallen bin.«

Es war interessant, das Wechselspiel der Farben auf seinem Gesicht zu beobachten. Von Rot, über blau zu weiß und wieder rot, dann brüllte er los.

*

»Gesellschaft für dich, Prinzessin«, tönte es launisch und laut aus dem Lautsprecher.

Nera schreckte aus einem unruhigen Traum hoch. Ein Blick zur Uhr verriet ihr, dass sie jetzt schon die halbe Nacht und fast den ganzen Tag in dieser Zelle saß. Die Kletterei, und die dummen Fragen, die ihrer Festnahme gefolgt waren, hatten sie müde gemacht.

Diese Armeetypen verstanden echt keinen Spaß. Es hatte sie aufgeregt, dass jemand ihre Sicherheitsabsperrungen ausgetrickst hatte. Noch dazu jemand, der aus dem „Institut“, wie man es vornehm nannte, stammte. Ein Erziehungsheim für Mädchen, die ihre eigenen Vorstellungen vom Leben hatten. Nera setzte sich auf und schaute zur Tür.

Ein Mädchen, etwa in ihrem Alter, stolzierte in die Zelle. Sie war klein, zierlich und trug Kadettenkleidung; Hemd und Hose aus dunkelblauem Stoff, mit einem breiten Koppelgürtel und klobigen Stiefeln. Hinter ihr knallte die Tür ins Schloss, ohne dass Nera den Wärter zu sehen bekam.

Erstaunt blieb Debs stehen. Die Zelle war nicht leer. Auf der einen Pritsche saß eine junge Frau, die kaum älter sein konnte, als sie selbst und das war mit Sicherheit keine Rekrutin. Sie war hochgewachsen und schlank, mit einer Menge schlangenartiger Zöpfe und Cyberaugen. Das hieß, da, wo bei anderen Leuten die Augen waren, hatte sie zwei, fest über die Augenhöhlen implantierte Gläser.

»Wow!«, entfuhr es Debs und sie setzte sich auf die andere Pritsche.

»Hallo«, antwortete Nera misstrauisch. Was sollte diese Rekrutin hier? Wollte man sie aushorchen? Die Typen hatten ihr jedenfalls deutlich zu verstehen gegeben, dass sie nicht glaubten, dass sie die Kletterpartie – den Einbruch wie sie es nannten – allein geplant und durchgeführt hatte. ›Ein Mädchen aus dem Irrenhaus – lachhaft‹, genau das waren die Worte des Vernehmungsleiters gewesen.

»Hi«, erwiderte Debs den Gruß und starrte das fremde Mädchen weiter an. Ob das die Terroristin war, die man in der Nacht gefasst hatte? Aber nein! Mit so jemandem sperrte man sie doch nicht zusammen, oder?

»Du bist Rekrutin?«, fragte Nera ein wenig einfältig und ärgerte sich über ihre blöde Frage.

»Am modischen Outfit erkannt?«, feixte Debs und ärgerte sich ebenfalls. Ihre Zellengenossin wollte ein Gespräch anfangen und sie musste gleich mit einem dummen Spruch kommen. Warum tat sie das immer wieder? »Ich war ungezogen und muss jetzt in der Ecke stehen«, fügte sie friedlicher hinzu.

Nera kicherte. Der Humor ihrer neuen Zellengenossin gefiel ihr.

»Und du?«, fragte Debs neugierig. »Hast du die Bratkartoffeln anbrennen lassen?« Sie hatte sich entschlossen, die Fremde als eine der Zivilangestellten anzusehen, die gegen irgendeine der ebenso zahlreichen wie sinnlosen Sicherheitsbestimmungen verstoßen hatte.

Es dauerte einen Augenblick bis Nera begriff, dass Debs sie für eine Zivilbedienstete hielt; jemand, der hinter den Soldaten aufräumte. »Ich gehöre nicht zum Personal«, sagte sie vorsichtig, um dann spontan: »Unbefugtes Eindringen in militärisches Sperrgebiet«, hinzuzufügen.

»Echt?«, wunderte sich Debs und musterte das Mädchen in dem engen Catsuit. »Du bist die Terroristin, wegen der unsere Ausbilder so aus dem Häuschen sind?«

»Ich bin die Festgenommene«, stellte Nera säuerlich richtig. »Eigentlich gehöre ich zu den Insassen der Irrenanstalt.«

»Vom Institut?«, fragte Debs ungläubig.

Nera nickte. »Ich heiße übrigens Nera.«

»Debs«, entgegnete sie. »Du hast ihre Sicherheitssysteme ausgetrickst und es fast bis auf den Exerzierplatz geschafft?«

Nera nickte, nicht ohne Stolz.

»Warum?«, platze die nächste Frage aus Debs heraus. »Ich meine, was wolltest du hier?«

»Ich hab mit Freundinnen gewettet, dass ich es schaffe, euch die Fahne zu klauen«, entgegnete Nera schlicht.

Die Fahne, das hässliche Stück Stoff, um das ihre Lehrer solches Aufheben machten. Die Idee gefiel Debs. »Das gibt sicher richtigen Ärger«, grinste sie breit.

Nera nickte. Oh ja und viel mehr als Debs sich vorstellen konnte. Sie dachte an Rektorin Gutenbach. Die alte Hexe sperrte sie sicher wieder in den geschlossenen Bereich.

*

»Rekrutin Debs!«, schnarrte eine unangenehme Stimme, ehe die Tür zur Zelle sich ganz geöffnet hatte.

Verschlafen setzte Debs sich auf. Major Hammfort, ein fetter alter Mann stapfte hinein. Aufsässig starrte sie ihn an. Er musste nicht glauben, dass sie für ihn aufstehen und ihn grüßen würde.

»Haben wir es nicht mehr nötig einen Vorgesetzten vorschriftsmäßig zu grüßen?«, grollte der Major.

»Ob sie das nötig haben, weiß ich nicht«, entgegnete Debs spitz.

Der Major lief rot an. »Sie…sie sind eine lebende Insubordination!«, zischte er überraschend leise. »Aber damit ist jetzt Schluss. Sie fliegen raus. Noch heute!«

Fast hätte Debs gejubelt. Das war von Anfang an ihre Absicht gewesen. Sie hatte niemals hierher kommen wollen. Das war eine Idee ihrer Mutter gewesen, weil sie sich herumtrieb, wie ihre Mutter und ihr Stiefvater es genannt hatten.

»Ich habe ihren Eltern bereits mitgeteilt, dass ich sie aus der Akademie werfe«, fuhr der Major mit getragener Stimme fort. »Ihre Mutter war gar nicht glücklich darüber«, fügte er gespielt betrübt hinzu.

Das glaubte Debs ihm aufs Wort, aber das war ihr egal. Ihre Mutter und vor allem ihr Stiefvater, mussten einsehen, dass dieser Unfug nichts für sie war.

»Man wird sie abholen. Noch in dieser Stunde«, fuhr Major Hammfort mit einem Unheil verkündenden Grinsen fort. »Zusammen mit ihrer neuen Freundin!«

*

Die alte Gutenbach, wie sie von jedem genannt wurde, obwohl sie erst Ende dreißig war, hatte sich nicht lumpen lassen. Sie hatte Gilbert, ihren persönlichen Assistenten, und Liebhaber wie man munkelte, geschickt, um sie und Debs abzuholen.

Zusammen mit Major Hammfort stand er neben dem Kabinengleiter, dessen Passagierzelle man zu einer Art Gummizelle umgebaut hatte.

Begleitet von zwei Rekruten ging Nera auf die Wartenden zu.

»Nera!«, grüßte Gilbert sie. Seine fahlen Augen musterten sie mit einer Mischung aus Resignation und Schadenfreude. »Dieser Ausflug kostet Sie ihre Privilegien.«

Privilegien? Nera wusste gar nicht, dass sie welche gehabt hatte. Schweigend stieg sie in die fahrende Gummizelle und schaute sich nach Debs um. Zwei der erwachsenen Soldaten führten sie eben aus einer der Unterkünfte. Sie schleppte einen großen und offensichtlich schweren Seesack hinter sich hier.

Major Hammfort wendete Debs demonstrativ den Rücken zu, nachdem ihre beiden Wärter ihn zackig gegrüßt hatten.

»Ich übergebe sie ihnen«, verabschiedete sich der Major von Gilbert.

Er ignorierte Debs und ging, die beiden Rekruten und einen der Soldaten im Schlepp, zum Gebäude zurück. Der zweite Soldat blieb abwartend neben dem Kabinengleiter stehen. Gilbert wandte sich Debs zu.

»Sie heißen Debs?«, fragte Gilbert unnötigerweise und ohne auf eine Antwort zu warten. Routiniert spulte er die Begrüßungsrede ab, mit der jedes neue Mädchen im Institut empfangen wurde.

Debs warf ihren Rucksack neben Nera in die Kabine und kletterte hinterher, ehe Gilbert geendet hatte. Der Soldat grinste und verabschiedete sich mit einem Salut von der ehemaligen Rekrutin. Debs erwiderte den Gruß und Gilbert knallte die Tür zu. Das sanfte gelbe Kabinenlicht flammte auf.

»Da hast du dir gerade einen Freund gemacht«, grinste Nera.

»Darin bin ich gut«, seufzte Debs.

»Willkommen im Club, übrigens.«

»Danke«, lächelte Debs, die noch nicht wusste, ob sich ihre Situation mit der Einweisung in das Institut verbessert hatte. »Wie lange bist du schon im Institut?«, fragte sie Nera zögernd.

Bald nach Major Hammforts Auftritt in der Zelle, hatte man sie abgeholt, damit sie ihre Sachen packen konnte.

»Fast ein Jahr«, erwiderte Nera düster und deutete auf die Implantate, die ihre Augen verdeckten. »Deswegen, übrigens. Meine Eltern hielten das für eine Verrücktheit. Vor allem bei einem Mädchen.«

»Ach du Scheiße, und deswegen gleich ins Irrenhaus?«, entfuhr es Debs.

»Jupp«, bestätigte Nera. »Und du? Wie lange warst du bei diesem Haufen?«

„Acht Monate«, stöhnte Debs. »Die sollten mir meine Flausen aus dem Kopf treiben.«

»Flausen?«

»So etwas wie, das nächste Raumschiff nehmen und meinen öden Heimatplaneten weit hinter mir zu lassen.«

»Cool«, merkte Nera an und stellte ihre Augengläser auf Durchsicht. Dunkle Augen blitzten Debs mit einer Mischung aus Rebellion und Frustration an. »Wie es aussieht, sind wir beide nicht Gesellschaftskonform.«

Debs nickte und fügte grinsend hinzu. »Wer hätte gedacht, dass die Erziehungsziele für Rekruten und Irre so ähnlich sind.«

Sie lachten ausgelassen.

»Willst du Gesellschaftskonform werden?«, fragte Debs unvermittelt. Sie hatte den Mund zusammengekniffen und in ihren Augen lag ein entschlossenes Funkeln.

»Eigentlich nicht«, meinte Nera überrascht, während vor ihrem Inneren Auge Bilder startender Raumschiffe vorbeizogen.

*

Was war denn nun los? Unvermittelt hatte das rote Lämpchen, das einen Zwischenfall in der Passagierkabine anzeigte, zu Blinken angefangen. Er griff zum Mikrofon.

»Ja?«

»Hilfe!«, schrie Debs mit überschlagender Stimme. »Nera bewegt sich nicht mehr.«

Verdammt! Mit dieser Göre gab es nichts als Ärger. Wahrscheinlich hatte sie wieder Drogen genommen und hoffte sich auf diese Weise aus der Affäre zu ziehen. Aber diesmal nicht! Sie war eindeutig zu weit gegangen. Leiterin Gutenbach freute sich schon auf sie. Eine Einzelzelle im Isoliertrakt und Elektroschockbehandlungen warteten auf Nera.

»Ich glaube sie atmet nicht mehr!«, schrillte Debs Stimme hysterisch aus dem Lautsprecher.

Ein Suizid! Das fehlte ihm noch. Gilbert trat auf die Bremse und brachte den Kabinenroller abrupt zum Stehen. Das hatte sie schon einmal gemacht. Nervös sprang er aus der Fahrerkabine.

Es wurde schon wieder dunkel und sie hatten nur noch eine Viertelstunde Fahrt vor sich. Trotzdem war das zu lange, um es darauf ankommen zu lassen, ob Nera bis dahin überlebte. Was immer sie sich diesmal angetan hatte. Voller Unruhe öffnete er die Tür.

Der Stiefel traf ihn mitten ins Gesicht und schleuderte ihn auf den Rücken. Seine Nase schien zu explodieren und er spürte das Blut aus ihr heraus spritzen. Dann traf etwas seinen Kopf und ihm wurde schwarz vor Augen.

*

Debs zog ihren Rucksack von Gilberts Gesicht und nickte Nera anerkennend zu. »Guter Wurf.«

»Der Tritt war aber auch nicht schlecht«, entgegnete Nera.

»Ein paar nützliche Dinge hat man mir bei den Kadetten tatsächlich beigebracht«, wunderte sich Debs. Und dabei hatte sie diese sich ständig wiederholenden Übungen, wie man sich aus einer Geiselhaft befreite, gehasst. Sie warf ihren Rucksack zurück in den Wagen und knallte die Tür zu.

»Verschwinden wir«, schlug sie vor.

»Besser nicht mit dem Gleiter«, zögerte Nera.

»Wieso nicht?«

»Das Ding hat einen Sender.«

»Kein Problem«, grinste Debs verschmitzt.

Sie hielt ihren Arm hoch und schob den Ärmel so weit zurück, dass Nera die Buchse sehen konnte.

»Du bist eine Deckerin?«, entfuhr es Nera überrascht.

Debs nickte, erstaunt dass Nera den Begriff kannte. Decker nannten sich die Leute, die sich mit einer Schnittstelle ausgerüstet hatten, um sich direkt mit einem Computer zu verbinden.

»Ich dachte das duldet die Armee nicht?«, fragte Nera noch immer verblüfft.

»Das war der Vorlauf zu meinem Rauswurf«, erklärte Debs. Sie setzte sich auf den Fahrersitz, öffnete die Konsole und verband sich mit dem Bordcomputer. Mehrere Lichter blinkten kurz auf und erloschen wieder, dann startete Debs den Motor. »Wir können!«, sagte sie.

»Lass mich fahren! Ich brauche die Scheinwerfer nicht«, schlug Nera vor.

Debs rutschte auf den Beifahrersitz und schon rasten sie, ohne Licht in der Dunkelheit, ihrer Freiheit entgegen.

*

Ende